Talente finden, Talente fördern - Wann wird aus einem Talent ein Teamplayer?

Kollegen des Stiftungsrates und vom Stiftungsvorstand des 1. FC Union Berlin e. V. „UNION VEREINT. Schulter an Schulter“, allen voran Roland Sillmann und Dr. Christoph Schulte hatten eine Idee. Roland Sillmann, der Geschäftsführer der WISTA-MANAGEMENT GMBH, Betreibergesellschaft des Wissenschafts- und Technologiepark Berlin Adlershof hatte vorgeschlagen, mit Unternehmern und Wissenschaftlern aus Adlershof sowie wirtschaftlichen Partnern und Sponsoren des 1. FC Union Berlin zur beruflichen Ausbildung junger Menschen zu sprechen. Man wollte sich verständigen, wie man gemeinsam Talente findet, entwickelt und fördert, wie man junge Menschen motiviert, wie aus Talenten Teamplayer werden.

Also trafen sich mehr als dreißig Unternehmer am Morgen des 20. Juli 2017 in der Eisern Lounge des Stadions An der Alten Försterei zum „Business-Frühstück“. Der Blick in das Stadion An der Alten Försterei war wie immer sehr beeindruckend, auch wenn dort noch sommerliche Ruhe herrschte. Dieses Fußballstadion - gebaut von Mitgliedern und Fans sowie Sponsoren und wirtschaftlichen Partnern des 1. FC Union Berlin - hat damit eine ganz eigene ästhetische Ausstrahlung sowie einen besonderen inhaltlichen Bezug. Das wurde dem weniger fußballaffinen Besucher überaus diskret und mit freundlicher Überzeugungskraft nahegebracht. Dieser Aufgabe stellte sich Jochen Lesching, Mitglied des Aufsichtsrates des 1. FC Union Berlin und Vorsitzender des Vorstandes der Stiftung.

In seinen Begrüßungsworten, gab er folgende Einblicke in die Arbeit der Stiftung: „Hinter dem Fußball gibt es mehr zu erleben und zu erfahren als puren Fußball. Deswegen entwickelt die Stiftung Projekte, die weit mehr sind, als der Profifußball gemeinhin vermittelt. Die Stiftung ist dabei, sich eine Alleinstellung zu erarbeiten, welche in der Formel ‚FUSSBALL für MENSCHEN‘ gefasst werden kann.“ Daraus zog Jochen Lesching den Schluss, dass die Menschen das Recht haben, mehr vom Fußball zu verlangen als allein das freudvolle Spiel um Punkte und Tore. Der 1. FC Union Berlin kann mehr, der 1. FC Union Berlin will mehr, der 1. FC Union Berlin und seine Stiftung „UNION VEREINT. Schulter an Schulter“ zeigen Gesicht: „FUSSBALL für MENSCHEN“.

Damit war ein weiter inhaltlicher Ausgangspunkt für das Thema des Morgens gesetzt und ein Brückenschlag der besonderen Art war möglich: Technologiepark und Fußballverein diskutierten über Ausbildung. Der Moderator, Dr. Peter Strunk, Bereichsleiter Kommunikation, WISTA-MANAGEMENT GMBH übernahm wieder das Wort und führte weiter durch die Veranstaltung.

Was macht einen guten Teamplayer aus? „Er muss nicht nur ein guter Gewinner, sondern auch ein guter Verlierer sein“, sagt Kiminu Mayoungou, einst Nachwuchsspieler beim 1. FC Union Berlin. Wer das gelernt habe, der wisse auch, wie man Höhen und Tiefen im Leben meistert. Angesichts dieser Themen fiel der Brückenschlag zwischen Technologiepark-Betreibergesellschaft und Fußballverein leicht – auch weil man sich seiner gesellschaftlichen Verantwortung bewusst ist, wie es WISTA-Geschäftsführer Roland Sillmann und Henner Bunde, Staatssekretär in der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe, gleichermaßen betonten.

Beispielsweise fördert der 1. FC Union Berlin nicht nur seine Talente, sondern sorgt auch dafür, dass sie eine Ausbildung erhalten. Und die Unternehmen und wissenschaftlichen Einrichtungen im Technologiepark kümmern sich nicht nur um den akademischen Nachwuchs, sondern haben auch die Berufsbildung im Auge. Fast 870 Auszubildende zählte der Standort im Jahr 2016. Allein die Hochtechnologieunternehmen hatten 100 zusätzliche Lehrstellen geschaffen.

Wenn es darum geht Talente zu finden und zu fördern, fährt ein Fußballverein wie der 1. FC Union Berlin zur Hochform auf. Sebastian Bönig, Co-Trainer der Profimannschaft des 1. FC Union Berlin hat viel Erfahrung mit jungen Menschen sammeln können, die vor entscheidenden Frage standen: Karriere als Fußballer? Ja oder nein? Reicht das Talent? Nur wenigen gelingt der Durchbruch zur ganz großen Karriere. Deshalb, so Bönig, komme es sehr darauf an, Menschen so zu motivieren, dass sie am Ende mit ebenso großer Freude ihre Berufsausbildung angehen. Kiminu Mayoungou zum Beispiel absolvierte eine Betriebswirtschaftslehre und erwarb anschließend den Bachelor of Arts Industrie. Fußball spielt er noch in seiner Freizeit.

In einem Technologiepark ist die Situation natürlich etwas komplexer als beim Fußball. Petra Israel, Projektleiterin bei der in Adlershof ansässigen Lernfabrik Neue Technologien Berlin gGmbH machte darauf aufmerksam, dass sich das Interesse der jungen Menschen im Wesentlichem auf zehn Berufe konzentriert, dass aber insgesamt über 300 zur Auswahl stehen. Viele Berufe seien völlig unbekannt, wie Uta Voigt vom Aus- und Weiterbildungsnetzwerk Hochtechnologie in Adlershof, hervorhob. Unter einem Mikrotechnologen können sich junge Menschen erst mal nichts vorstellen. Hinzu kommt, dass die allgemeinbildenden Schulen junge Menschen auf die Berufswelt nicht vorbereiten können. Hier bestehe noch erheblicher Nachholbedarf.

Schließlich kommt es darauf an, sich nicht nur auf die Allerbesten zu konzentrieren, sondern auch den weniger Begabten die Möglichkeit zu bieten, dass sie eine gute Ausbildung erhalten, mit der sie später im beruflichen Alltag bestehen können. Auch da sehen sich die Unternehmen, wie Dr. Albrecht Krüger, Geschäftsführer der Sentech Instruments GmbH, hervorhob, in der Pflicht. Auch das trage sehr zur Motivation bei.

Was haben Fußball und Technologiepark gemein? Eine ganze Menge, wie sich herausstellte. Es wird deshalb nicht das letzte Treffen gewesen sein –schon wegen der besonderen Ausstrahlung und Wirkung des Stadions An der Alten Försterei.